Wann "Naturstoffe" gefährlich sein können


Bei den Begriffen "natürlich" oder "rein pflanzlich" verbinden viele Menschen die Vorstellung von ungefährlich der auch immer gut. Dies führt dazu, dass rein pflanzliche Mittel eingenommen werden, von denen der behandelnde Arzt nichts weiß. Die kann zu gefährlichen Interaktionen führen, die auch zu erheblichen gesundheitlichen Schäden führen können. Informieren Sie Ihren Arzt immer auch über zusätzlich eingenommene Mittel, auch wenn Sie diese selbst kaufen.









Johanniskraut - potenziell gefährlich!


Johanniskraut wirkt gut gegen Depressionen, weil es die Stimmung aufhellt. Mittlerweile sind Mittel mit dem Wirkstoff des Johanniskrauts frei verkäuflich. Es handelt sich um einen sogenannten Top-Seller im Bereich der frei verkäuflichen Arzneimittel. Da es sich um einen pflanzlichen Wirkstoff handelt, glauben viele Menschen, dass es sich um ein per se gutes Produkt handelt. Da es ja rein pflanzlich ist, und selbst gekauft werden muss, wird die Einnahme den behandelnden Ärzten oft nicht berichtet.
Dies kann zu verhängnisvollen Arzneimittel-Wechselwirkungen führen, deren Folgen bis hin zu dauerhaften gesundheitlichen Schäden führen können.

Johanniskrautextrakte verbessern die Abbauleistung von Entgiftungsenzymen, den sogenannten Cytochromen. Was zunächst nützlich klingt ist für Menschen, die Medikamente einnehmen aber poteziell gefährlich. Denn die Cytochrome sind auch für den Abbau von Medikamentenwirkstoffen im Blut verantwortlich. Wenn eine Substanz wie das Johanniskraut den Abbau von Medikamtenten beschleunigt, führt dies zu einer Abschwächung der Medikamentenwirkung. Zu den Medikamenten, deren Wirkung nachweislich abgeschwächt wird, gehören wichtige Arzneimittel, wie Marcumar oder auch Cholesterinsenker, wie zum Beispiel Simvastatin.

Patienten, sie solche Medikamente verordnet bekommen, benötigen diese dringend zum Schutz vor gefährlichen Komplikationen. Eine Abschwächung der Wirkung erhöht die Gesundheitsgefährdung dieser Menschen erheblich.

"Natur" heißt nicht harmlos. Dies belegt das Beispiel Knollenblätterpilz: Er ist 100% natürlich, und ist - wie jeder weiß - bei Einnahme garantiert nicht harmlos, sondern tödlich giftig.

Naturmittel sind nicht per se gefährlich. Der Laie kann aber ein mögliches Gefährdungspotenzial nicht überblicken. Der behandelnde Arzt kann einschätzen, ob eine Gefährdung vorliegt.

Deshalb erzählen Sie Ihrem Arzt von allen Mitteln, die Sie einnehmen!






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