Mehr als 9% der Kinder (für 2004: 63.497 Kinder) in Deutschland kommen zu früh auf die Welt und die Tendenz ist steigend. Solche so genannten Frühchen können - je nachdem, wie viele Wochen sie zu früh geboren wurden - nur bedingt oder gar nicht selbst atmen, trinken oder ihre Körpertemperatur aufrechterhalten. In vielen Fällen erlaubt es der Gesundheitszustand des Neugeborenen nicht einmal, dass die Eltern es kurz in ihre Arme schließen.

Für Eltern und Familienangehörige, die sich auf ein gesundes Baby gefreut haben, ist allein schon der Anblick der sterilen Frühgeborenenstation zunächst einmal erschreckend und gewöhnungsbedürftig: Ihr Kind liegt dort viele Tage bis Wochen an zahlreiche Schläuche und Kabel angeschlossen in einem gläsernen, von Maschinen umgebenen Wärmebett. Auch der Wechsel zwischen Bangen und Hoffen - je nach Gesundheitszustand des Kindes - stellt für Eltern natürlich eine extreme Belastungsphase dar.

Zu den Sorgen und Ängsten um das Frühgeborene kommen häufig auch viele organisatorische Probleme hinzu, auf welche die frisch gebackenen Eltern selten vorbereitet sind, zumal der errechnete Geburtstermin erst in einiger Ferne gelegen wäre. So muss beispielsweise die Betreuung der Geschwisterkinder während der Besuche im Krankenhaus organisiert werden. Oder der evtl. mehrmals tägliche Transport der abgepumpten Muttermilch in die Klinik.

Auf den Frühgeborenenstationen bemühen sich Ärzte und Pflegepersonal darum, die Eltern in die Pflege ihrer Kinder so weit wie möglich mit einzubeziehen. Körperkontakt zwischen Eltern und Kind ist, wenn keine medizinischen Gründe dagegen sprechen, in der Regel ausdrücklich erwünscht. Beim „Känguruhen“ werden die Frühgeborenen für ein bis mehrere Stunden nackt auf den entblößten Oberkörper der Eltern gelegt und dort gut zugedeckt.






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