U3: 4. bis 5. Lebenswoche

Die U3 ist eine der aufwendigsten und wichtigsten Untersuchungen, da hier zahlreiche Krankheiten und Fehlbildungen des Säuglings erkannt werden können. Sie wird daher mit größter Sorgfalt durchgeführt. Zuerst wird das Kind gewogen und gemessen und die Eltern werden nach Auffälligkeiten beim Essen, Trinken und beim Stuhlgang befragt. Die Neigung zu Allergien wird erfragt, und falls noch nicht geschehen, wird jetzt mit einer Blutprobe nach Stoffwechselstörungen gefahndet.

Auch auf die normale Hüftgelenksentwicklung wird geachtet werden. Mangelentwicklungen (die sogenannte Hüftdysplasie) kommen bei etwa 20% aller Kinder vor, wobei Mädchen sechsmal häufiger betroffen sind als Jungen. Eine Hüftdysplasie kann mit Hilfe einer Ultraschalluntersuchung diagnostiziert werden und heilt bei entsprechender Therapie (Hüftschale, breites Wickeln) meist folgenlos aus.

Bei der körperlichen Untersuchung werden wieder die Reflexmuster überprüft, die Beurteilung der neurologischen Entwicklung ist ein Schwerpunkt der "U3" des Kindes. Meist lässt sich folgendes beobachten:

* Augen verfolgen eine Lichtquelle seitwärts
* Reaktion auf Glockenschlag
* beginnender Blickkontakt
* Reaktion auf Worte der Mutter
* folgt in Rückenlage einem bewegten Gegenstand mit dem Kopf
* gibt Laute von sich, die sich vom Schreien unterscheiden
* in Bauchlage kann der Kopf 10 Sekunden lang gehoben werden
* im Sitzen wird der Kopf unsicher balanciert
* die Rassel wird kurze Zeit festgehalten

Die erste Impfung gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Kinderlähmung, Haemophilus influenzae Typ b (Hib) und Hepatitis B und Pneumokokken erfolgt in der neunten Lebenswoche. Viele Kinderärzte nutzen daher die "U3" für eine erste Impfberatung oder sie geben den Eltern ein Merkblatt über die von der STIKO empfohlenen Impfungen mit nach Hause. Siehe auch Impfkalender






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