U5: 6. bis 7. Lebensmonat

Sie ist eine entscheidende Untersuchung des Säuglings "auf seinem Weg zu aufrechtem Gang" und zu sozialer Integration in die Familie. Das Hauptaugenmerk richtet der Kinderarzt auf die Koordination der Hände, da diese das Beherrschen komplexer Funktionen (z. B. räumliches Sehen) voraussetzt. Wichtig ist außerdem die Sprache sowie die soziale Interaktion zwischen Eltern und Säugling. Oft kann man bei der U5 die Folgen einer gestörten Gehirnentwicklung erkennen.

Als entwicklungsphysiologische Meilensteine können jetzt gelten:

* soziale und sprachliche Entwicklung: plaudern, flüstern, Silbenverdopplung, reaktives Lächeln, beginnende erste Fremdelphase
* Spontanmotorik:
- drehen vom Bauch auf den Rücken und umgekehrt; Führen der Füße zum Mund
- robben; zuerst rückwärts, dann vorwärts ab dem 8. Monat (späte Phase der U5)
- Aufrichtung
- Stützen auf die Handflächen
* Feinmotorik: Scherengriff, (ab dem 9. Monat Pinzettengriff)

Entwicklungsneurologisch sollte darüber hinaus jetzt folgendes möglich sein:

* aus gehaltenem Sitz - seitengleiche Seitstützreaktion mit offenen Händen
* symmetrische Sprungbereitschaft mit offenen Händen aus gehaltener Bauchlage
* nimmt in jede Hand einen kleinen Gegenstand
* gibt kleine Gegenstände von einer Hand in die andere; Wechselgriff
* untersucht Gegenstände mit Händen, Füßen und Mund
* antwortet sicher vokalisierend
* bildet Silbenketten (spontan und im Gespräch)

Erneut wird auch das Seh- und Hörvermögen überprüft. Zur U5 sollten Säuglinge ihre Stimme bewusst einsetzen können, um Beachtung zu finden. Auf Zuruf sollten sie eindeutig reagieren und auch Musik wird wahrgenommen. Bei Auffälligkeiten sollte ein Päd-Audiologe konsultiert werden, der speziell für Gehör und Stimme des Kindes ausgebildet ist.

Was das Sehvermögen betrifft, so sollte jetzt unter anderem die Augen-Hand-Koordination funktionieren. Im Gespräch mit den Eltern wird der Arzt versuchen, auf eventuelle Unzulänglichkeiten bei Ernährung und Pflege oder im sozialen Umgang aufmerksam zu machen.

Wenn alle Impfungen zeitgerecht gegeben wurden, sollten alle drei Impfungen der Grundimmunisierung gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Kinderlähmung, Haemophilus influenzae Typ b (Hib) und Hepatitis B und Pneumokokken bis zum fünften Monat gegeben worden sein. Etwa zwei Wochen nach der dritten Dosis ist das Kind dann vor sechs potentiell tödlichen Krankheiten sicher geschützt.






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